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"Und wenn Die Rote Gerda dann noch kryptisch "Wo warst Du noch vor zehn Jahren, Anthrax?" ins paranoide Klanggefrickel raunt, fragt man sich endgültig, ob auf diesem Album nicht doch bloß ein Haufen pseudo-zorniger Pickel-Punks versammelt wurde." Uli Karg iowa.de Redaktion: CD-Kritik am 12. Februar 2003


"Bei Die Rote Gerda weiß ich immer noch nicht, was ich davon halten soll. Der Text von "Irgendwo in Suedniedersachsen" ist so abgedrehter Taschenphilosophentrash, dass man es eigentlich nur gut finden kann. Aber der gelangweilte Gesang, diese komischen Breakbeats und die relativ dürftige Aufnahmequalität sind dann doch sehr hart an der Grenze." www.nillson.de 4/04


"Die Rote Gerda (endlich: das zu Rezensierende erscheint ...!) stammt daher, hat schon mindestens zwei selbstgebrannte Platten vorgelegt sowie zu den besseren Beiträgen auf Hilsbergs vorletztjährigem Doppelsampler gehört etc. in manchen Momenten gelingt ihnen tatsächlich Popmusik im vorstehenden Sinne. Soundästhetisch steht das zwar mit einem Bein durchaus im Groschengrab aktueller Elektropop-Redundanz. Das Labtopbauherrenmodell halt. Im Unterschied dazu werden bei Die Rote Gerda aus den Gegeneinanderverschränktheiten ihres Materials räumlich dezentrierte Texturen gezogen, was sie von der mittlerweile mit Elektropop assoziierten linear trassierten, nach vorne gebürsteten und bloß additiv verfahrenden Marschordnung des "Und dann" unterscheidet, dem planen Rum-Pitchen an den Abspielgeschwindigkeiten von Geschichte, der Übertragung der seriell organisierten Muster von Dance Electronic, die in die Slacker- und Songelektronik hinübergeschleust werden, ohne dann aber zumeist weder das eine: Dance Music, noch das andere: Song oder das nochmal andere: Verschrobenheit hinzukriegen. Im Unterschied_davon ist "das Musikalische" hier als Kontrastmittel, weniger als Trägersubstanz, für den Vortrag angelegt und die Rolle der Stimme und der Erzählung im Pop als Gleitflug über dem Sound somit gesichert. Hier wird eben nicht skandiert. Im Hintergrund blubbert einmal die Beilagsingle zum teillegendären Musik für Schuhgeschäfte-Sampler (das muss aber nicht geknackt, also gewusst werden, um funktionieren zu können). Als Schnappschüsse haftet den Stücken etwas Diffuses an, zum Beispiel demjenigen mit dem adornomäßig dunklen Titelstatement (Wir sind) Die Jürgen W. Möl/emann Blues Inductor Band, noch zusätzlich eingedunkelt durch den adornomäßig dunklen Fallschirmfreitod des Besungenen. Zum Teil: Schöne Synergieeffekte des Inkommensurablen." Frank Apunkt Schneider, Testcard #13



"Zukunft wird's oft, wenn es auf der Kippe steht, wacklig auf der Klinge rennt. Und das tut es auf Hilsbergs Zusammenstellung permanent. Es zippt auch mal ganz vorbei am Messer. „Anthrax" von Die Rote Gerda ist so ein Stück, ist nicht infektiös, nicht gruselig. Es bleibt þach, wenn die Homestudioboys auf LoFi-Doom sich nicht trauen ab-, geschweige mitzugehen, Glaube fehlt. Das wiederum ist glaubhaft. " (Jörg Grüneberg, Steinschlag-online2/2002)

 

"Auf dieser ersten CD von Die Rote Gerda befinden sich sechs Tracks. Den Anfang macht "Herz aus Glas", ein richtig schönes Tanzstück, für mich das beste Lied, dass ich ohne weiteres zehn Minuten in einer Endlosschleife hören kann. Das folgende "Ich hab den Groove gepachtet" ist ebenfalls gelungen, Udo Angerstein zeigt das er singen kann. Ich glaube bei "Unterwasserwelt" haben Human League und Gesang der 20er Jahre Pate gestanden, jedenfalls klingt es wie ein Mix aus beidem. In "Jeden Tag" werden Attribute und Klischees unserer Gesellschaft aufgezählt. Dazwischen gibt es eine herzzerreisende Medodie und Synthiegeduddel. "Scheissmusik" ist wirklich so, finde ich völlig daneben. Mystisch in Musik und Text kommt uns dann am Ende "Manisch Ding". Udo Angerstein, der Sänger und Florian Hädrich am Synthesizer zeigen mit diesen sechs Stücken, dass ihre musikalische und auch textliche Palette weit gefächert ist. Auf dem ZickZack-Sampler "Bis auf weiteres eine Demonstration" sind die beiden mit "Anthrax" vertreten, welches sich nahtlos an "Manisch Ding" anfügt. Ich bin sehr gespannt auf zukünftiges von Die Rote Gerda, der Beginn war toll." (B&L, 5?/02)

"Dies ist die erste CD von Die Rote Gerda in Albumlänge. Ein Teil war schon auf ihrer Mini-CD die Anfang des Jahres erschien. Bereits auf der MCD gab es viel Abwechslung, auf dieser CD legen Florian und Udo noch einen drauf. Die Musik bleibt immer friedlich, elektrisch, oft tanzbar, was aber nicht bedeutet das die Texte immer brav bleiben, so werden im zweiten Stück "Diese Reise ins ich" Rücklichter von BMWs und OPELs eingetreten. Mit "Auf dem Schulhof" hat die Gerda ein weiteren Hit aufgenommen. Textlich geht es um einen Außenseiter, dem als einzige Konversation Schläge angedroht wurden, der beste Freund sein Pausenbrot. Jeder der mal irgendwo und irgendwie ein Außerseiter war, wird den Text gut nachvollziehen können. Das Thema wird aber ganz sportlich vorgetragen, es wird nicht gejammert, eher bedauert. Beim übernächsten Stück "Die Jürgen W. Möllemann Blues Inductor Band" enthäutet sich die Gerda völlig und taucht komplett verwandelt wieder auf. Wobei ich mich aber frage inwieweit in der Roten Gerda die Jürgen W. Möllemann Blues Inductor Band steckt oder ob die beiden nicht nur schauspielern oder welchen Einfluß der Gastsänger Psychofreddy hat. "Rosen aus Metall" klingt irgendwie nach Wolfsheim. "Taktgeber", natürlich wieder ganz anders, ist ein unauffälliges Stück, witzig, aber weniger hitverdächtig. "Herz aus Glas" war bereits im Frühjahr der Hit auf allen Dancefloors rund um Göttigen. Das leicht verstörte "Anthrax" war eines der ersten Gerda Stücke, noch von Florian im Alleingang aufgenommen und ist auf dem "Bis auf weiteres eine Demostration"-Sampler erschienen. Auf dem Cover ist erstmals die Gerda zu sehen: viereckiger Kopf, vier Haare, viereckiger Elektrobusen, Herz aus Glas, keine Finger, weder Mund noch Augen" (Mark E.Gaukeli B&L 2003)